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Pokalsieger im Interview

Pokalsieger im Interview

Am 28. Oktober 2017 fand das U17-Jugendländerturnier im American Football in Solingen statt. Mit dabei war der Wilhelmshavener Stammspieler der BucsLite Jugend, Nick Herschler. Herschler spielt seit 3 Jahren bei den BucsLite und ist in diesem Jahr erstmals Teil der niedersächsischen Jugendauswahl im American Football, den Niedersachsen Mustangs gewesen. In einem umfangreichen Interview mit den Jade Bay Buccaneers beschreibt Herschler seinen Weg in die Jugendauswahl bis zum U17 Jugendländerturnier in Solingen und wie es ihm dabei ergangen ist.

jade-bay-buccaneers.com: Hallo Nick, erzähl unseren Lesern doch bitte kurz wer du bist.

Nick Herschler: Meine Name ist Nick Herschler, ich bin 17 Jahre alt und Schüler an dem NGW in Wilhelmshaven und spiele seit 3 Jahren American Football in Wilhelmshaven auf der Position des Safetys.

jade-bay-buccaneers.com: Eine Frage für die Leser, die nicht im American Football versiert sind: Was ist die Aufgabe eines Safetys in deinem Sport?

Nick Herschler: Der Safety ist der letzte Mann der Defense, also der verteidigenden Mannschaft. Er ist in der Regel vorrangig für die Passverteidigung des tiefen Spielfeldes verantwortlich, muss aber genauso, den Lauf der Angreifer stoppen können. Je nach Formation stehen auch Mal zwei Safetys auf dem Platz.

jade-bay-buccaneers.com: Du warst am 27. August in Bad Zwischenahn bei den "TryOuts", also der Aufnahmeprüfung, der niedersächsischen Jugendauswahl im American Football. Mit der Teilnahme hast du dich um einen Platz bei den Niedersachsen Mustangs beworben. Was darf man sich unter "TryOuts" vorstellen, wie läuft so etwas ab?

Nick Herschler: Die TryOuts für die Jugendauswahlmannschaften der einzelnen Bundesländer sind immer jährlich. Ich habe nun schon das zweite Mal daran teilgenommen. Man meldet sich mit einem Formular an, in welchem man seine persönlichen Daten angibt und z. B. auch, ob man irgendwelche Verletzungen hat oder auf welcher Position man gerne in der Mannschaft spielen möchte. Je nach der Position für die man sich bewirbt, wird man dann am TryOut-Tag einem Positionstrainer zugeteilt. Die Trainer prüfen in verschiedenen Übungen z.B. die Reaktion oder Schnelligkeit und Wendigkeit. In anderen Übungen wird beispielsweise darauf geachtet wie man steht und wie man sich bewegt. Der richtige Stand vor einem Spielzug, das sogenannte "Alignment", ist den Trainern dort sehr wichtig. Zum Ende der TryOuts gibt es dann ein Scrimmage – also ein Trainingsspiel. Solides oder gutes spielen reicht dabei nicht aus, man muss auffallen. Ich habe im letzten Jahr leider keinen Pass der Offensive (Interception) abfangen können und bin damals nicht genommen worden. In diesem Jahr habe ich zwei Interceptions gefangen.

jade-bay-buccaneers.com: Was schätzt du wie der Trainer in diesem Jahr auf dich aufmerksam geworden ist, waren es nur die beiden Interceptions?

Nick Herschler: Der Trainer hat mir zwar nicht gesagt wieso er mich genommen hat, aber ich denke neben den beiden Interceptions fiel ihm auch auf, wie und wie weit ich den abgefangenen Pass anschließend nach vorne getragen habe. Dem Trainerstab der Mustangs ist außerdem die Einstellung der Spieler sehr wichtig. Die Trainer haben uns im Trainingslager zehn Dinge genannt, für die man kein Talent braucht. Unter anderem z.B. Pünktlichkeit oder immer bereit zu sein einen Schritt mehr zu gehen als verlangt. Ich denke, dass ich mit meiner Motivation und meinem Spielgefühl bei den TryOuts punkten konnte.

jade-bay-buccaneers.com: Wie sieht es mit den körperlichen Voraussetzungen aus? Welche Rolle spielen die Figur oder die Fitness?

Nick Herschler: Gerade auf der Position des Safetys ist es eigentlich wichtig groß zu sein. Die anderen Spieler sind deutlich größer als ich, ich bin nur 1,74 m groß. Aber ich gehe schon seit 3 Jahren neben dem Vereinssport ins Fitnessstudio und konnte mich damit trotzdem durchsetzen.

jade-bay-buccaneers.com: Nach den TryOuts hast du den ersten Sprung in den Kader geschafft. Wie läuft so etwas ab? Wie erfährt man, dass man genommen wurde?

Nick Herschler: Man wird per E-Mail benachrichtigt. Allerdings bekommen nur diejenigen eine E-Mail, die es in den Kader geschafft haben. Das ist im letzten Jahr eine Qual gewesen. Man bekommt Zweifel, ob die Trainer vielleicht nur die E-Mail-Adresse nicht gehabt haben oder ob sich die Zusage nur verspätet. Am Ende hat meine Mutter den Trainer kontaktiert und für Klarheit gesorgt, dass ich nicht genommen wurde. Ich finde es etwas schade, dass die Spieler die es nicht in den Kader schaffen nicht informiert werden. Zum Glück kam in diesem Jahr die E-Mail, dass wir es in den Kader geschafft haben.

jade-bay-buccaneers.com: Wenn du sagst wir, hat es neben dir noch jemand aus der Jade Bay Buccaneers Jugend in den vorläufigen 63-Mann Kader der Niedersachsenauswahl geschafft?

Nick Herschler: Ja, Jannik Fürst, Arvid Lippels und ich.

jade-bay-buccaneers.com: Und wie ging es dann weiter für euch?

Nick Herschler: Wir sind zu einem Trainingslager in Uelzen eingeladen worden. Leider lag der Termin für Arvid sehr schlecht, da er bereits einen Flug in die USA gebucht hatte und somit nicht teilnehmen konnte. Er wurde dadurch wieder aus dem Kader gestrichen.

jade-bay-buccaneers.com: Jannik und du sind dann also zum Trainingscamp gefahren. Wie lange ging das Camp? Wie seid ihr dort hingekommen und wie sieht dort so ein üblicher Tagesablauf aus?

Nick Herschler: Wir wurden samstags von Janniks Stiefmutter hingefahren und sind am Dienstag nach dem Training mit dem Zug zurück gefahren. Die Unterkunft und die Verpflegung wurde uns gestellt. Als wir dort an kamen, wurden wir innerhalb von einer Stunde willkommen geheißen und eingewiesen und im Anschluss mussten wir uns direkt umziehen und dann begann auch schon die erste dreistündige Trainingseinheit. Unsere Zimmer konnten wir erst später beziehen. Trainiert wurde fast immer in ganzer Ausrüstung, also mit Schulterpolster und Helm. Die Tage waren getaktet. Es gab drei Mahlzeiten zu bestimmten Uhrzeiten am Tag. Es gab keine Zeit sich vor dem Essen frisch zu machen. Nach dem Essen hatten wir kurz Pause, sodass man auf sein Zimmer gehen konnte, aber danach ging es schon in die zweite Trainingseinheit die zweieinhalb Stunden ging. Alle Trainingseinheiten wurden mit einer Videokamera aufgenommen. Die Trainingseinheiten bestanden fast ausschließlich aus Trainingsspielen, also Offense gegen Defense um die Playbooks einzustudieren. Nach der letzten eineinhalb stündigen Trainingseinheit gab es das Abendessen und um 19:00 Uhr mussten wir zur Videoanalyse. Dabei wurde das Videomaterial vom Tag durchgesprochen und es gab für jeden Worte zur Verbesserung. Teilweise in Bezug auf die Formationen und Spielzüge aus den Playbooks, aber auch zur Technik und dem Spielverhalten. Das Trainingscamp war kein verlängerter Wochenendurlaub, sondern Arbeit.

jade-bay-buccaneers.com: Du hast es schon erwähnt. Das Playbook, zu Deutsch das Spielbuch, umfasst im American Football die Formationen und Spielzüge der Offensive bzw. die Spielzüge der Defensive und z.B. einen Verhaltenskodex. Wie groß ist der Unterschied zu dem Playbook, dass du aus deiner Vereinsmannschaft kennst?

Nick Herschler: Das Spielsystem der Trainer der Niedersachsen Mustangs ist ein ganz anderes. Ich spiele in der Defensive, habe also auch nur das Playbook der Defense und darin gibt es im Grunde zehn verschiedene Spielzüge, aber jeweils in drei Variationen. Das System ist so ausgelegt die Offensive des Gegners vor Beginn des Spielzuges zu lesen und anhand der Formation, weiß unserer Spieler dann was er zu tun hat. Es ist also ganz anders als bei den Bucs.

jade-bay-buccaneers.com: Nach dem Trainingslager gab es noch einmal einen "Cut", es mussten also erneut Spieler aus dem Kader gestrichen werden, da für das Länderturnier der Kader auf 50 Spieler begrenzt ist. Wie hast du diesen "Cut" miterlebt und wie hast du erfahren, dass du zu den 50 Auserwählten gehörst?

Nick Herschler: Wir wurden wieder per E-Mail benachrichtigt. Aber es hat sich schon im Trainingslager gezeigt welche Spieler tatsächlich weiter kommen und wer es vermutlich nicht schafft. Wir wurden während der Trainingseinheiten in Gruppen eingeteilt und die denjenigen denen z.B. noch die Erfahrung fehlten waren in der letzten Gruppe. Jannik hat den Sprung in den 50 Mann Kader dabei leider nicht geschafft. Dieses Mal wurden allerdings auch die, die es nicht geschafft haben per Mail informiert. Da Jannik aber erst 15 ist, hat er es schon ziemlich weit geschafft und hat sehr gute Chancen im nächsten Jahr genommen zu werden.

jade-bay-buccaneers.com: Wie sah das Training nach dem Trainingslager für dich und die Niedersachsen Mustangs aus? Gab es noch weitere Camps?

Nick Herschler: Es gab zwei Wochen später nur noch ein einzigen Trainingstag in Braunschweig. Dorthin bin ich mit Bus und Bahn gefahren. Nach 6 Stunden Fahrt erwarteten mich fünf Stunden Training in Braunschweig und wieder 6 Stunden Rückfahrt.

jade-bay-buccaneers.com: Wann und in welchem System fanden denn Spiele gegen die anderen Bundesländer statt?

Nick Herschler: Eine Woche nach dem Trainingstag in Braunschweig war das U17 Jugendländerturnier der Gruppe A in Solingen. Die Bundesländer wurden in die Gruppen A und B eingeteilt. In der Gruppe A sind die stärksten Mannschaften. Der Letztplatzierte eines A-Turniers steigt in die Gruppe B ab, der Erstplatzierte aus dem B-Turnier steigt in die Gruppe A auf. In dem diesjährigen Turnier der Gruppe A traten die Bundesländer Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinlandpfalz/Saarland, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hamburg gegeneinander an. Parallel fand das Turnier der Gruppe B in Gießen am selben Tag statt.

jade-bay-buccaneers.com: Wie lange ging das Turnier und wie bist du dort hingekommen? Ein American Football Spiel kann bis zu 3 Stunden dauern und ein Spiel kann körperlich schon alles abverlangen. Wie lief das ab?

Nick Herschler: In Oldenburg starte ein Mannschaftsbus der Mustangs bei dem ich mitfahren konnte. Der Bus fuhr über Osnabrück nach Solingen fuhr. Ein zweiter Bus fuhr von Braunschweig über Hildesheim nach Solingen, so hatte kein Spieler große Strecken zurückzulegen. Im A-Turnier wurden die Mannschaften in zwei Gruppen eingeteilt. Wir waren mit Hamburg und Nordrhein-Westfalen in einer Gruppe. Es standen zwei Sportplätze zur Verfügung, sodass jede Gruppe einen Platz zum bespielen hatte. Gespielt wurde zwei Mal 12 Minuten effektive Spielzeit. Anders als bei einem normalen Spiel, das vier Mal 12 Minuten gespielt wird. Am Samstag mussten wir zwei Spiele spielen. Das erste Spiel ging gegen Hamburg um 13:00 Uhr, das zweite um 16:00 Uhr gegen Nordrheinwestfalen. Am Sonntag fanden dann die Finalspiele statt. Der Drittplatzierte der ersten Gruppe gegen den Drittplatzierten der zweiten Gruppe, Zweiter gegen Zweiter, Erster gegen Erster.

jade-bay-buccaneers.com: Trotz der kürzen Spielzeit war das doch bestimmt anstrengend? Wie war es für dich zwei Tage in Folge volle Leistung zu bringen und wie gingen eure Spiele aus?

Nick Herschler: Es war schon ziemlich anstrengend. Aber wir haben den Pokal geholt! Das erste Spiel gegen Hamburg konnten wir souverän mit 13 zu 0 für uns entscheiden. Im zweiten Spiel wurde es aber richtig knapp, zumal Niedersachsen noch nie im Finale stand und wir gegen den Titelverteidiger aus Nordrhein-Westfalen antreten mussten. Das Spiel war für mich das Spannendste an diesem Wochenende, weil es so extrem knapp war. Als wir das Spiel aber mit 7 zu 12 tatsächlich für uns entscheiden konnten, war das ein unbeschreibliches Gefühl! Mit dem Sieg ging es dann am zweiten Tag, den Sonntag, für uns zum Finale. Da wir in Düsseldorf übernachtet haben, mussten wir wieder mit dem Bus nach Solingen fahren. Aber die Fahrt war für mich eines der besten Erlebnisse an dem Wochenende. Die Stimmung im Bus war der Hammer. Baden-Württemberg hieß der Finalgegner, welche die Favoriten der Begegnung waren. Trotzdem konnten wir die Stimmung aus dem Bus mit auf das Feld bringen und recht früh in Führung gehen. Der Kommentator und die Zuschauer wollten trotz unserer Führung noch nicht ganz daran glauben, dass wir als Außenseiter tatsächlich gewinnen könnten. Aber als wir unsere Führung ausbauen konnten, wurde die Stimmung auf der Seite von Baden-Württemberg nervöser. Kurz vor Schluss konnte Baden-Württemberg noch auf 28 zu 16 aufschließen. Damit wurde es zeitweise noch etwas spannender, aber nach einer Interception in den letzten Spielsekunden war das Spiel entschieden und wir haben zum ersten Mal den Pokal nach Niedersachsen geholt!

jade-bay-buccaneers.com: Das klingt nach einem unvergesslichen Wochenende! Alle Verantwortlichen bei den Bucs sind natürlich sehr Stolz auf dich und beglückwünschen dich ganz herzlich zu diesem Titel und bedanken uns für das angenehme Interview.

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